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Drachenbaum und die Guanchen

Die Geschichte des Drachenbaums

 

Es gibt ein altes Sprichwort, welches sagt:

Fließt das Blut des Drachenbaums aus,

steht Unheil ins Haus.

 

Cuando lo sangre del drago salta

Llegar la desdicha nunca falta

 

 

Der Streit um das Alter des Drachenbaumes

Der Drachenbaum ist überall auf den Kanaren zu finden, das älteste Exemplar steht jedoch unzweifelhaft in Icod de los Vinos. Mit einer Höhe von mehr als 17 Metern und einem Umfang größer als sechs Metern wird er jährlich von tausenden Touristen bewundert.

Der spanische Name ist Drago milanario und heisst eigentlich nichts andere als tausendjähriger Baum. Ob das aber die richtige Bezeichnung ist, können selbst Experten nicht sagen. Der Baum bildet nämlich keine Jahresringe, sondern an der Anzahl der Zweige lässt sich das Alter identifizieren. Die Verästelungen zu zählen ist allerdings sehr mühsam und daher beschränkt man sich heute auf Schätzungen des Alters.

Alexander von Humboldt schätze den Baum sogar auf 6000 Jahre und machte ihn damit zum ältesten Gewächs der Welt. Andere sagen, dass der Baum zwischen 2000 und 3000 Jahre alt ist, aber auch das sollte man lieber nur hinter vorgehaltener Hand sagen. Das tatsächliche Alter liegt wahrscheinlich bei ca 800 Jahren.

 

 

Drachenbaum in Icod de los Vinos

Die Historie des Drachenbaums

In der Geschichte der Kanaren spielt der Drachenbaum eine wichtige Rolle. Die Guanchen, die Ureinwohner der Kanaren oder noch genauer gesagt, die Ureinwohner Teneriffas,  sahen in dem Baum ein Fruchtbarkeits- und Wahrheitssymbol.

Der erste bekannte Koloss dieser Art stand in La Orotava. Leider fiel dieser Baum einem starken Sturm im Jahre 1867 zum Opfer.

Man sagt übrigens auch, dass die Verästelung des Baumes nicht nur das Alter bestimmen, sondern auch, dass der Baum  ein  Gesichter hat. Bei genauem Hinschauen und etwas Phantasie, kann man tatsächlich so etwas wie ein Gesicht erkennen.

 

Die Guanchen nutzen das Harz des Baumes zu medizinischen Zwecken. Es wurde bei Hitzewallungen, triefender Nase, Verstopfungen und Durchfällen, sowie bei Tuberkulose eingesetzt. Zudem nutzen die Ureinwohner das Drachenblut als Heilsalbe und zur Einbalsamierung ihrer Mumien. Die Guanchen nannten das Harz Drachenblut. Blut deswegen, weil es sich in Verbindung mit Luftsauerstoff rot färbt. 

Auch zu kosmetischen Zwecken wurde es genutzt. Es verlieh dem Haar einen goldenen Schimmer.

Steinmetze nutzten das „Blut“ für Marmor. Sie gossen den Harz über Marmor und dieser verlieh diesem eine rote Färbung. Geigenbauer nutzen es als Lack.

Darüber hinaus glaubte man an die Wunderkraft des Saftes. Er sollte Hexen und Zauberer fernhalten. Aber alle die Eigenschaften sind inzwischen längst in Vergessenheit geraten.

 

 

 

 

 

Der Drachenbaum im Parque Dracena

Und auch, wenn dem Baum Heilkräfte nachgesagt werden, so fiel im Jahre 1867, wie bereits erwähnt, ein Drachenbaum in La Orotava dem Sturm zum Opfer.

Der Baum in Icod de los Vinos musste mit Zement gestützt werden, damit er nicht dasselbe Schicksal erleidet. Auch die Straße, die früher gleich um den Baum führte, musste umgelegt werden, damit der Baum nicht an Stabilität verliert. Inzwischen wurde rund um den Baum ein kleiner Park geschaffen, um ihm seine wohlverdiente Ruhe zu gönnen.

 

 

 

Drachenbaum in Icod de los Vinos

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