Bienmesabe – die Seele der kanarischen Dessertkultur
Entdecke Bienmesabe, Teneriffas köstliche Mandelnachspeise mit Honig, Eiern und Zitrone. Erfahre, wo sie herkommt, wie sie schmeckt und warum sie ein Stück kanarischer Geschichte ist.
Es gibt Gerichte, die mehr sind als bloß eine Speise – sie sind Erinnerungen, Geschichten, Traditionen. Bienmesabe gehört genau in diese Kategorie. Der Name selbst ist eine Liebeserklärung an den Geschmack: „Es schmeckt mir gut“. Und wer einmal auf Teneriffa die goldene, cremige Süßspeise gekostet hat, versteht sofort, warum sie diesen Namen trägt.
Schon beim ersten Löffel entfaltet sich das Aroma gerösteter Mandeln, feiner Zitronenschale und duftenden Honigs. Es ist, als würde man einen Löffel voller Sonne genießen – eine Essenz der Insel, die Wärme, Süße und Geschichte in sich vereint. Bienmesabe ist eines der ältesten Desserts der kanarischen Küche, entstanden aus der Kreativität der Nonnen in alten Klöstern, die mit einfachen Zutaten kleine Wunder zauberten.
Traditionell wird Bienmesabe auf Teneriffa in kleinen Tonschalen serviert oder als Begleitung zu Eis, Kuchen oder Quesillo gereicht. In vielen Familienrezepten wird das Dessert mit etwas Likör oder einem Hauch Zimt verfeinert, wodurch es seine charakteristische Tiefe bekommt. Der Geschmack ist unverkennbar: nussig, süß, zart und leicht zitrusfrisch.
Wer durch die Inselorte wie La Orotava oder Icod de los Vinos spaziert, entdeckt Bienmesabe häufig in den Auslagen kleiner Konditoreien. Dort wird es oft noch per Hand gerührt, in alten Kupferkesseln, nach Rezepten, die über Generationen weitergegeben wurden. Manche sagen, der beste Bienmesabe sei der, der von Großmüttern gemacht wird – mit Geduld, Liebe und dem richtigen Gefühl für den Moment, in dem die Mandeln genau den richtigen Röstgrad erreicht haben.
Das Geheimnis eines perfekten Bienmesabe
Das Geheimnis liegt in der Balance. Die Mandeln dürfen nicht zu dunkel geröstet sein, sonst überlagern sie den Honig. Der Honig wiederum muss hochwertig und blumig sein – am besten kanarischer Honig von der Tajinaste-Blüte oder vom Retama-Busch, die nur auf den Höhen des Teide wachsen. Diese Honigsorten verleihen dem Bienmesabe seinen unverwechselbaren Charakter und eine feine Würze, die man in keinem industriell hergestellten Produkt findet.
Das Dessert ist ein Paradebeispiel für die Philosophie der kanarischen Küche: wenig Zutaten, natürliche Aromen, echter Geschmack.
Und vielleicht ist das auch das Erfolgsgeheimnis, warum Bienmesabe bis heute überlebt hat – während viele andere alte Rezepte längst in Vergessenheit geraten sind.
Bienmesabe erzählt von der kanarischen Seele – von Bescheidenheit und Finesse, von der Fähigkeit, aus dem Einfachen etwas Großes zu schaffen. Wenn du es auf Teneriffa probierst, schmeckst du nicht nur Mandeln und Honig, sondern ein Stück
Ein Hauch von Geschichte: Wo Bienmesabe seinen Ursprung hat
Wer zum ersten Mal Bienmesabe kostet, erlebt eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit der Kanaren. Dieses Dessert, das übersetzt so viel bedeutet wie „Es schmeckt mir gut“, ist tief in der Kultur Teneriffas verwurzelt und geht vermutlich auf die maurische Zeit zurück. Die Kombination aus gemahlenen Mandeln, Honig, Eiern und Zitrone verrät den Einfluss der arabischen Küche, die auch in Andalusien Spuren hinterlassen hat.
In alten Klöstern und Familienküchen wurde Bienmesabe über Generationen hinweg verfeinert. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept – mal etwas süßer, mal mit mehr Zitrone, manchmal mit einem Schuss Likör oder einem Hauch Zimt. Das Grundprinzip bleibt jedoch immer gleich: eine dichte, goldene Creme, die nach Sonne, Mandeln und Geschichte schmeckt.
Der Name selbst ist Programm – Bien me sabe bedeutet wörtlich: „Es schmeckt mir gut“. Und tatsächlich: Wer einmal probiert, versteht sofort, warum dieses Dessert zu den Lieblingsspeisen der Einheimischen zählt.
Die Zutaten: Einfach, aber voller Charakter
Die Schönheit von Bienmesabe liegt in seiner Einfachheit. Vier Hauptzutaten genügen, um diese Köstlichkeit herzustellen – und doch steckt in ihnen die ganze Essenz der kanarischen Küche:
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Mandeln: Meist stammen sie aus dem sonnigen Süden der Insel, etwa aus der Gegend um Santiago del Teide oder Vilaflor. Sie verleihen dem Bienmesabe seine nussige Textur und den warmen Geschmack.
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Honig: Besonders beliebt ist der Miel de Tenerife, ein geschütztes Produkt mit Herkunftsbezeichnung. Je nach Blüte variiert der Geschmack von zart-floral bis kräftig-würzig.
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Eier: Sie sorgen für die cremige Konsistenz und verbinden die Zutaten zu einer samtigen Masse.
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Zitrone: Ein wenig Saft oder Schale bringt Frische und Balance in die Süße.
Diese Zutaten spiegeln Teneriffas Natur wider – vom Bienenfleiß bis zu den Mandelblüten, die im Frühling ganze Täler in ein weißes Meer verwandeln.
So wird Bienmesabe traditionell zubereitet
Die Zubereitung von Bienmesabe ist denkbar einfach, erfordert aber Liebe zum Detail.
Zuerst werden Mandeln fein gemahlen und mit warmem Honig verrührt. Anschließend kommen Eigelb und Zitronensaft hinzu, alles wird langsam im Wasserbad erhitzt, bis eine dicke, cremige Masse
entsteht. Wichtig ist, dass die Mischung nicht zu heiß wird – sonst gerinnen die Eier und die Creme verliert ihre seidige Struktur.
Viele Kanarier genießen Bienmesabe pur, leicht gekühlt oder lauwarm. Doch auch als Begleitung zu Eis, Joghurt oder frischen Früchten ist die süße Creme ein Gedicht. Besonders beliebt ist sie in Kombination mit Vanilleeis – ein Kontrast aus warm und kalt, süß und frisch, der kaum zu übertreffen ist.
Bienmesabe heute: Zwischen Tradition und Moderne
In der modernen kanarischen Küche erlebt Bienmesabe eine kleine Renaissance. Spitzenköche interpretieren das Dessert neu – als Füllung in Törtchen, als Begleiter zu Käse oder sogar als Basis für Cocktails. Dabei bleibt der authentische Geschmack erhalten: intensiv, nussig und unverwechselbar.
Einige Restaurants auf Teneriffa servieren Bienmesabe mit karamellisierten Mandeln oder Orangenfilets, andere fügen eine Prise Meersalz hinzu, um die Süße zu brechen. In traditionellen Familienbetrieben – etwa in La Orotava oder Icod de los Vinos – wird das Dessert jedoch noch nach alten Rezepten hergestellt, oft mit Mandeln aus eigener Ernte.
Wo man Bienmesabe auf Teneriffa probieren kann
Wenn du Bienmesabe auf Teneriffa probieren möchtest, gibt es zahlreiche Gelegenheiten. Besonders auf Dorffesten, in Konditoreien oder auf Wochenmärkten wirst du fündig.
Einige empfehlenswerte Orte sind:
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La Guancha: In den traditionellen Cafés der Altstadt findest du Bienmesabe oft hausgemacht.
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Icod de los Vinos: Hier wird das Dessert häufig mit Käse oder Eis serviert.
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Santa Cruz und La Laguna: Moderne Restaurants bieten kreative Variationen – manchmal sogar als Dessert im Glas.
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Casa Madera La Vega: Perfekt für Genießer, die nach einem Wandertag im Norden Teneriffas etwas Süßes mit regionalem Charakter suchen. Bienmesabe gibt es in jedem Mercadona zu kaufen.
Bienmesabe und die Mandelblüte: Ein Fest der Sinne
Die Mandelblüte Teneriffas ist ein Ereignis, das jedes Jahr viele Besucher anzieht. Zwischen Januar und Februar verwandeln sich die Hänge rund um Santiago del Teide in ein weiß-rosa
Blütenmeer.
Zu dieser Zeit wird Bienmesabe besonders geschätzt, denn die frischen Mandeln verleihen der Creme einen unvergleichlichen Geschmack. In manchen Dörfern wird das Dessert sogar beim Mandelblütenfest kostenlos angeboten – ein Zeichen der Gastfreundschaft und der Liebe zur Tradition.
Ein Dessert mit Bedeutung: Bienmesabe als Symbol
Bienmesabe ist weit mehr als nur ein Dessert. Es steht für die Verbundenheit der Kanaren mit ihrer Natur, ihren Produkten und ihrer Geschichte.
Jeder Löffel erzählt von sonnigen Tagen, blühenden Mandelhainen und dem Duft nach Honig, der durch die Täler zieht. Es ist ein Stück Identität – süß, authentisch und voller Seele.
Rezepttipp: Bienmesabe selbst gemacht
Wenn du Bienmesabe zu Hause ausprobieren möchtest, brauchst du nur wenige Zutaten:
Zutaten:
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250 g gemahlene Mandeln
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200 g Honig
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4 Eigelb
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1 TL Zitronenschale
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1 TL Zitronensaft
Zubereitung:
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Honig leicht erwärmen und die Mandeln einrühren.
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Zitronenschale und -saft hinzufügen.
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Eigelb unterrühren und alles im Wasserbad langsam erhitzen.
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Rühren, bis die Masse dicklich und cremig ist.
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Abkühlen lassen – fertig!
Mit ein wenig Übung gelingt dir so ein authentisches Stück Teneriffa direkt auf dem Teller.
Fazit: Ein Löffel Sonne und Tradition
Bienmesabe ist nicht nur ein Dessert – es ist ein Erlebnis.
Wer die Kanaren wirklich verstehen will, sollte diesen süßen Klassiker probieren. Ob nach einem Wandertag durch den Teide-Nationalpark oder als Abschluss eines gemütlichen Abends auf der Terrasse: Bienmesabe schmeckt immer nach Urlaub, nach Wärme und nach dem wahren Teneriffa.
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